Gestern Abend war es endlich seit gut eineinhalb Jahren wieder soweit, es gab ein offizielles Saisonspiel vor heimischer Kulisse für die Jungs der Handballunion Freiburg. Zeitgleich war es für die Mannschaft ihr erstes Südbadenliga-Heimspiel nach dem souveränen Aufstieg in der Saison 19/20, in der vergangenen coronabedingt sehr kurzen Saison hatte man nur einmal auswärts in Altenheim gespielt. Zu bester Handballzeit am Samstagabend um 20 Uhr empfing man in der gut gefüllten Wentzingerhalle im Freiburger Westen die Mannen des TuS Oberhausen, ein durchaus gut bekannter und immer schwer zu spielender Gegner.

Die Vorzeichen vor der Partie hätten ob der coronabedingten Pause und des neuen Trainers seitens der Handballunion (siehe mehr Details Vorbericht) kaum unklarer sein können, einziger Anhaltspunkt für eine sportliche Einschätzung waren die Testspiele der jüngeren Vergangenheit, die man allerdings allesamt mehr oder weniger knapp gegen ausschließlich ligahöhere Konkurrenten verloren hatte. Dementsprechend war die Devise von Neu-HU-Trainer David Flaig vor Beginn, dass man auf sich schauen und das eigene Spiel etablieren wollte. Einzig die Personalsituation mit fünf verletzten Spielern konnte einem leichte Sorgen bereiten, doch die neu gegründete U23 der Handballunion füllte die Bank mit ihren jungen Talenten auf, auch wenn diese direkt vorher selber gespielt hatten.

Der Start in die Begegnung war dann auch dementsprechend, man merkte die Unsicherheit anfangs auf beiden Seiten, gerade auch bei der HU war es für manche Spieler teilweise das erste Spiel im Herrenbereich vor so vielen Zuschauern. Die ersten fünf Minuten waren etwas fahrig, dennoch konnte die Handballunion mit 3:1 in Führung gehen. Besonders Routinier Felix Bühler war in der Anfangsphase direkt präsent und konnte drei der ersten vier Treffer für das Heimteam erzielen. Danach gestaltete sich ein Spiel auf Augenhöhe bis Mitte der ersten Halbzeit die Gäste das erste Mal in Führung gingen (4:5; 12. Min). Die durchaus routinierte Truppe aus Oberhausen schien dann endgültig im Spiel angekommen zu sein und konnte auf vier Tore davonziehen (6:10; 21.), woran auch eine zwischenzeitliche Auszeit von Trainer David Flaig nichts ändern konnte. Das junge Team aus Freiburg fing sich dann allerdings selber, gerade die Einwechslung von Mathis Vornholt zeigte Wirkung und das Angriffsspiel der Union wurde strukturierter. So kämpfte man sich bis zur Pause wieder auf ein Tor heran und ging mit einem durchaus gerechten 14:15 in die Halbzeit.

Der zweite Durchgang knöpfte dann mehr oder weniger nahtlos an den Ersten an, die Gäste konnten die ersten zehn Minuten ihre knappe Führung verteidigen ehe Nino Matosic in der 41. Minute den Ausgleich zum 20:20 markierte. Daraufhin nahmen auch die Gäste eine Auszeit, doch die junge Mannschaft der Handballunion ließ sich davon nicht beirren und konnte kurz darauf in Person von Jan Disch per Siebenmeter die erneute Führung markieren (23:22; 45.). Jetzt schien es, als ob sich das Blatt gewendet hätte, denn die Hausherren waren richtig gut im Spiel und konnten ihrerseits den Vorsprung auf vier Treffer ausbauen (29:25; 52.), besonders Patrick Schumacher im Abwehrzentrum und vorne am Kreis stach in dieser Phase besonders heraus. Wer allerdings nun dachte, das Spiel sei damit gelaufen, wurde im Folgenden eines Besseren belehrt. Die Gäste schworen sich nach dem schnellen Lauf der Handballunion nochmals gegenseitig ein, zwei unglückliche Pfostentreffer im Angriff der HU und das schnelle Umschaltspiel der Oberhausener in der zweiten Welle über ihren Kreis taten ihr Übriges und das Spiel kippte erneut. Höhepunkt dieser Aufholjagd war dann der erneute Ausgleich 23 Sekunden vor Schluss (30:30) und es schien so, als könnte sich das junge, neu formierte Heimteam doch nicht für die couragierte Leistung in Halbzeit zwei belohnen. Allerdings konnte man mit dem letzten Ballbesitz durch einen eigenen Treffer doch noch ein Happy End erreichen, erneut war es Mathis Vornholt der den Angriff trotz Zeitdrucks extrem ruhig aufbaute, ehe Neuzugang Leonard Hellbrecht in letzter Sekunde die Lücke in der Oberhausener Abwehr fand und nur durch ein gröberes Foul am Torerfolg gehindert werden konnte. Folgerichtig gab es nach abgelaufener Spielzeit den Strafwurf für das Heimteam, die ganze Halle stand mittlerweile auf der Tribüne und hielt den Atem an. Jan Disch trat an die Siebenmeterlinie und tat das, wofür man ihn unter anderem aus Waldkirch geholt hatte, und verwandelte das Ding fast schon unglaublich kaltblütig. Danach gab es kein Halten mehr, die ganze Halle und die Mannschaft war außer Rand und Band und der erste Sieg in der Südbadenliga in der Geschichte der Handballunion Freiburg stand zu Buche.

Für den neutralen Zuschauer war der Spielverlauf natürlich mit das Beste, was der Handball zu bieten hat, dennoch bleibt natürlich aus HU-Sicht die Hoffnung, dass es in Zukunft auch weniger knappe Siege zu feiern gibt. Allerdings darf man auch davon ausgehen, dass eine sich normalisierende Personalsituation und nachlassende Nervosität in der Zukunft dazu beitragen werden. Dennoch oder gerade deshalb war es ein mehr als würdiges Spiel für den Heim-Auftakt in der Südbadenliga, mit denkbar knappem glücklichem Ende für das Heimteam. Die Mannschaft und alle Verantwortlichen bedanken sich bei den zahlreich erschienen Zuschauern, durch die das Ergebnis überhaupt erst so richtig seine Wertigkeit bekommen hat.

Wir freuen uns auf die kommenden Spiele, es geht direkt nächstes Wochenende mit einem Heimspiel weiter, diesmal allerdings in der Jahnhalle in Zähringen. Anwurf ist zu etwas ungewohnter Zeit am Sonntag um 17 Uhr, mit dem TV Oberkirch kommt allerdings direkt der nächste schwere Prüfstein für die Truppe um David Flaig zu Besuch. Umso wichtiger ist dementsprechend die Unterstützung von der Tribüne, daher hoffen wir euch erneut so zahlreich begrüßen zu dürfen um die nächste Überraschung als Aufsteiger in der Südbadenliga zu schaffen!

Johannes Hehn

Die Union

Dienstleitungen

Sponsoring