Der vergangene Samstag stand in der Wentzingerhalle am Seepark im Westen Freiburgs ganz im Zeichen des Freiburger (Spitzen-) Handballs. Nach dem Duell der beiden Huf-Stammvereine Alemannia Zähringen und Eintracht Freiburg sowie dem Spiel der U23 der HUF, stand am frühen Abend um 17:30 für die erste Mannschaft der Union das Spitzenspiel gegen den Tabellenführer aus Altenheim an, ehe die Damen der HSG Freiburg, dem dritten Stammverein im HUF-Bunde, die Red Sparrows, den Abschluss und das Highlight des „HUF-Heimspieltages“ bildeten. Angesichts der dadurch zu erwartenden Kulisse und der bisher makellosen Heimbilanz der HUF1 konnten sich die Anhänger der HUF auf ein sehr spannendes Duell gefasst machen.

Nach der zwar einkalkulierten aber dennoch bitteren, knappen Auswärtsniederlage eine Woche zuvor in Herbolzheim wollten die Jungs um Trainer David Flaig ihre perfekte Heimbilanz gegen den Favoriten aus Altenheim im Optimalfall weiter ausbauen oder wenigstens so lange wie möglich aufrechterhalten – angesichts der gefühlten Übermacht aus dem Ried eine sehr ehrgeizige Zielsetzung. Trotz allem, das hatte auch das Hinspiel in Altenheim gezeigt, waren die Gäste an einem guten Tag mit Sicherheit auch schlagbar. Einziger Wermutstropfen war der Ausfall von Torhüter Dominik Zaum (privat), der mit Sicherheit eine wichtige Unterstützung bei dem Unterfangen gewesen wäre.

Die Gäste erwischten dann auch den besseren Start und lagen schnell mit 2:0 in Führung, was sich allerdings ebenso schnell wieder ausgeglichen hatte. Es entwickelte sich ein enorm ausgeglichenes Duell, in der sich keine von beiden Mannschaften einen größeren Vorteil erarbeiten konnte. Man hatte allerdings das Gefühl, dass beide Teams tendenziell am unteren Rand ihres Leistungsvermögens agierten, gerade auf der defensiven Seite präsentierten sich beide Abwehrreihen nicht besonders sattelfest und trotz vieler Treffer wurden auch genug Würfe im Angriff vergeben. So hatten zu Beginn der Partie die Gäste ihre Nase immer leicht vorne, ehe in der Mitte der ersten Halbzeit die Führung wechselte und jetzt die HU ihrerseits vorlegte und die Aldner nachziehen mussten. Durch ein wenig Pech und Unvermögen im Abschluss drehte sich das Blatt kurz vor der Pause allerdings wieder und so gingen die Gäste aus Altenheim mit einem knappen 14:15 Vorsprung in die Halbzeit.

Aus Sicht der Hausherren war der leichte Rückstand vollkommen in Ordnung, auch wenn man mit einer etwas konzentrierteren Leistung womöglich selber in Führung hätte liegen können. Allerdings wusste man auch ganz genau, dass die Neurieder ohne Probleme ein bis zwei Gänge hochschalten können, was angesichts des knappen Halbzeitstandes durchaus zu erwarten war. Dementsprechend war klar, dass man nicht abreißen lassen und das Spiel so lange wie möglich offenhalten wollte.

Die ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs konnte man dann auch ausgeglichen gestalten (20:20; 40.Min.), einzig auf Jan Meinlschmidt hatte man wie im Hinspiel kaum Zugriff, auf der anderen Seite tat sich die Abwehr der Aldner mit HU-Shooter Felix Bühler ähnlich schwer (beide 8 Tore am Ende). Im Anschluss daran folgte allerdings eine kurze unkonzentrierte Phase der Hausherren, was die Gäste diesmal auch eiskalt nutzten und der Union so innerhalb von drei Minuten vier Tore einschenkten (20:24; 44.). Eine in dieser Phase genommene Auszeit von Flaig zeigte mit etwas Verzug zum Glück doch noch Wirkung und seine Schützlinge schafften es, den Favorit aus Altenheim nicht noch weiter enteilen zu lassen. Dennoch schien das Spiel nun so gut wie gelaufen, denn keiner in der Halle glaubte so wirklich daran, dass so ein Spitzenteam eine vier Tore Führung wieder hergeben würde. Allerdings merkte man den Jungs auf dem Feld an, dass sie sich ihre perfekte Heimbilanz nicht so einfach zunichte machen lassen wollten. Besonders den angesprochenen Meinlschmidt hatte man jetzt deutlich besser im Griff (kein Tor mehr in den letzten 15 Min.), was vor allem daran lag, dass er früh und nicht nur von einem Spieler gestellt wurde. Knapp acht Minuten vor dem Ende gingen die Altenheimer dann das erste Mal mit fünf Toren in Führung, kurz darauf nahm Trainer Flaig seine letzte Auszeit (25:30; 54.) um das letzte ihm verbliebene Mittel zu nutzen das Ruder doch noch herumzureißen – die Umstellung auf ein extrem hoch stehendes 4:2-Abwehrsystem, dass fast einer offenen Manndeckung gleichkam. Die eigentlich souveränen Gäste aus Altenheim ließen sich von diesem Manöver dann auch vollkommen aus dem Konzept bringen und warfen einen Ball nach dem anderen ins Aus oder zu ihren Gegenspielern, was die Union zu nutzen wusste, doch die Zeit wurde eng. Knapp 50 Sekunden vor dem Ende erzielte Jan Disch mit einem Strafwurf den Anschluss zum 30:29, zumal waren die Gäste durch die vorangegangene Aktion, die auch zum 7m geführt hatte, in Unterzahl. Die Union schaffte es dann auch mit wenigen Sekunden den Ball erneut zu erobern und spielte eine schnelle zweite Welle über drei Stationen, ehe am Ende David Manhold am Kreis mit der Schlusssirene zur tragischen Figur des Abends wurde, da sein Wurf vom Gästekeeper pariert werden konnte – es ist allerdings fraglich ob das Gespann den Treffer überhaupt gezählt hätte.

So konnte man die überragende Aufholjagd der letzten fünf Minuten nicht mit zumindest einem Punkt veredeln, verdient hätte man ihn sich nach diesem Kraftakt mit Sicherheit. Zudem schmerzt diese knappe Niederlage am Ende doch deutlich mehr, als wenn man höher verloren hätte, aber am Ende war diese eh einkalkuliert und man sollte sich darauf fokussieren das Positive aus der Partie mitzunehmen. Die Mannschaft hat enormes Rückgrat und Mentalität bewiesen und hat wieder einmal gezeigt, dass ihr nicht mehr viel fehlt um bei den ganz Großen der Südbadenliga mithalten und mitreden zu können.

Für die Zuschauer war es ein sehr unterhaltsames Spiel, wenn auch nicht mit dem gewünschten Endergebnis, die Mannschaft hat nun ein Wochenende spielfrei und kann sich in Ruhe auf das nächste Spiel am ersten Dezemberwochenende vorbereiten. Es geht am Sonntag um 17 Uhr zur zweiten Mannschaft der SG Köndringen/Teningen, das Hinspiel hatte man deutlich für sich gestalten können und auch beim Rückspiel will man nach zwei Niederlagen wieder doppelt punkten.

Wir hoffen sie bis dahin immer noch in Sporthallen begrüßen zu dürfen und auf zahlreiches Erscheinen und danken an dieser Stelle allen Fans, die für die herausragende Stimmung am Samstag gesorgt haben. Bleiben sie gesund und hoffentlich bis in zwei Wochen in Teningen!

Johannes Hehn

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