Das Interview der Woche mit den Abteilungsleitern Oli & Clemens

Das Interview der Woche führte diese Woche die “Union Redaktion” mit den beiden Abteilungsleitern Oliver Schmitt ( TSVAlemannia Freiburg Zähringen) und Clemens Schiel (Sportfreunde Eintracht Freiburg). Wie zufrieden die beiden Abteilungsleiter mit der Entwicklung des Projekt “Handball Union Freiburg” sind und welche Hoffnungen die beiden mit dem Projekt verbinden, berichten Oli & Clemens im Interview.

  1. Oliver – die Saison neigt sich dem Ende zu. Am kommenden Wochenende spielt die Handball Union Freiburg gegen die TB Kenzingen. Wie bewertest du die Landesliga Süd Saison als Abteilungsleiter des Stammvereins Alemannia Freiburg-Zähringen?

Aus sportlicher Sicht reicht dafür eigentlich ein Wort: Überragend! Nachdem wir es vor der Saison geschafft haben, einige unserer Talente wieder zur Union zu holen, den Kader dazu gezielt zu verstärken und mit Jonas Eble einem (positiv) handballverrückten Trainer an der Spitze, waren die damit verbundenen Hoffnungen auf einen erfolgreichen Saisonverlauf relativ hoch. Die Aufbruchstimmung war allenthalben spürbar. Gleichzeitig war uns bewusst, dass mit so vielen Neuerungen und dem sehr jungen Kader die Bäume nicht in den Himmel wachsen würden. Die Art und Weise und der Teamgeist, mit dem sich die Truppe in einer stark besetzten Liga durchgesetzt hat nötigt mir allerdings den größten Respekt ab. Chapeau!

Clemens – nach dem regulären Saisonspiel gegen die TB Kenzingen geht es für die Jungs um Coach Jonas Eble in die Relegation für den Aufstieg in die Südbadenliga. Welchen Chancen räumst du der jungen „Unioner“ Mannschaft ein?

Beim Duell mit dem Vizemeister aus dem Norden bin ich ganz optimistisch, da glaube ich fest daran, dass wir uns durchsetzen werden. Richtig hart wird es wohl gegen den Südbadenliga-Vertreter. Beide möglichen Konkurrenten verfügen schon über Südbadenliga-Erfahrung, das ist ein deutlicher Vorteil. Ich wünsche mir, dass unser Trainer Jonas die richtige Taktik finden wird, um uns in die Südbadenliga zu bringen. Die Jungs, aber auch das Projekt haben es verdient!

  1. Clemens – vor drei Jahren gründeten Ihr (also die Alemannia Freiburg-Zähringen und die SFE Freiburg) die Handball Union Freiburg. Wie blickst du, drei Jahre später, auf die Neugründung der Handball Union Freiburg zurück? War es die richtige und logische Entscheidung?

Für die SFE kann ich ganz klar sagen, ja! Unsere Zuschauer würden ansonsten kein überregionalen Handball sehen können. Die SFE würde heute mit Sicherheit maximal in der Bezirksklasse spielen und die meisten Spieler hätten damals uns verlassen. Auch unsere Jugendspieler, wie z.B. Paul Luhr, oder Moritz Wengler, haben nun eine bessere sportliche Perspektive, als die SFE jemals alleine hätten anbieten können. Zudem muss man sagen, hat es nach der Gründung auch einen kleinen Aufschwung gegeben. SFE stellt wieder zwei Herrenmannschaften, wie damals vor dem Zusammenschluss. Qualitativ zwar auf einem anderen, tieferen Niveau, aber quantitativ haben wir sogar Stand heute mehr Spieler (und Beitragszahler!).

Oliver – wie ist deiner Meinung nach die Akzeptanz der Handball Union Freiburg innerhalb der Stammvereine bzw. in der Stadt Freiburg?

In den Stammvereinen können wir denke ich von einer sehr breiten Akzeptanz sprechen. Grund dafür ist sicher, dass der vorgezeichnete Weg nach der Gründung der Union eingehalten wurde. Wir haben keine übertriebenen Erwartungen geweckt und das Konzept auch insbesondere mit Unterstützung der Abteilungen akribisch umgesetzt. Unsere Vorhersagen sind eingetroffen. Das ist schon mal eine gute Grundlage für Zustimmung. Am Anfang vor 3 Jahren war die Skepsis sicher auch außerhalb der Stammvereine größer. Inzwischen schaut man denke ich mit gesteigertem Interesse auf die Entwicklung, die die Handball Union genommen hat.

  1. Clemens – Welche Schwierigkeiten hast du innerhalb des Zusammenschluss zwischen zwei traditionellen Stammvereinen, die sich Jahre lang positiv auf dem Handballfeld duelliert haben, ausgemacht?

Ich glaube, dass das Besondere an dem Projekt „Handball Union“ ist, dass sich zwei Abteilungen zusammengetan haben, die eigentlich von der Mitgliederstruktur gesund sind. Die meisten SG-Projekt gründen sich aus ein gewissen Not heraus. Das traf hier nicht zu! Auch war von Anfang an beabsichtigt, dass die Abteilung mit einem gewissen Anteil weiterhin selbständig bleiben. Die HU bezieht sich ja nur auf den männlichen Leistungsbereich. Und das merkt man durchaus, dass es neben den Interessen der HU auch noch die der Abteilungen gibt. Und als Abteilungsleiter sitzt man zwischen diesen Interessen! Nicht immer ganz einfach, oder Olli?

Welche Perspektiven Oli, müssten deiner Meinung nach die Menschen im Umfeld für das Projekt „Handball Union Freiburg“ mitbringen?

In erster Linie den gemeinsamen Blick für die Vision und die Ziele, die wir bei der Gründung der Handball Union vor Augen hatten. Das braucht natürlich Zeit und ist auch ein emotional besetztes Thema in den Stammvereinen. Aber wenn sich das Umfeld als Teil eines für unsere Sportart wunderbaren Konzepts begreift, bei dem sich gegenseitige Stärken und Schwächen zu einem prosperierenden Projekt ergänzen, dann ist schon viel gewonnen.

  1. Oli & Clemens – was sind eurer Meinung nach, die nächsten Steps für das Projekt „Handball Union Freiburg“ auf die nächsten drei Jahre bezogen?

Oliver Schmitt: Ich denke, wir sind uns innerhalb der Führung der Union einig, dass wir die nächsten Schritte an unseren Zielen im gleichen Zeitraum ausrichten und planen müssen. Sportlich gesehen sind wir absolut im Soll. Allerdings darf die Struktur der Union und die finanzielle Ausstattung der sportlichen Entwicklung nicht hinterherhinken oder gar ein Hemmschuh sein. An der Stelle müssen wir uns entwickeln, um das Projekt auf die nächste Stufe zu heben. Gleichzeitig wollen wir keine unkalkulierbaren Risiken eingehen.

Clemens Schiel: Sollten wir wirklich ab Sommer in der Südbadenliga spielen, ist für mich das Wichtigste sich sportlich und organisatorisch zu konsolidieren. Sportlich muss man die Etablierung erst einmal schaffen, die meisten Aufsteiger sind ein Jahr später wieder unten. Organisatorisch müssen wir noch ein bisschen professioneller werden. Auch die Zusammenarbeit in der männlichen Jugend muss intensiviert werden. Wir hatten am Anfang des Jahres einen Anlauf, den wir aber aus finanziellen Gründen so nicht umsetzen konnten. Wir sind nun an einer anderen Varianten dran, wofür wir aber die Zustimmung der jeweiligen Vorstände brauchen. Da sind wir augenblicklich dran. Ich hoffe, im Sommer sind wir ein Schritt weiter.

  1. Abschließend, was wünscht ihr euch für das Projekt „Handball Union Freiburg“?

Oliver Schmitt: Zunächst einmal, dass sich die Mannschaften der Union sportlich weiterentwickeln und wir unsere Ziele nicht aus den Augen verlieren, d.h. die dauerhafte Etablierung von Leistungshandball in der Stadt Freiburg als sportliche Perspektive für leistungsorientierte Talente aus den eigenen Jugenden. Dazu ist es notwendig, dass wir für beide Säulen gleichermaßen – den Aktiven- als auch den Jugendbereich – Unterstützer finden, die ein ausreichendes personelles und finanzielles Fundament gewährleisten. Und nicht zuletzt natürlich attraktive, leidenschaftlich geführte Handballspiele vor voll besetzten Rängen. Einen Vorgeschmack darauf hatten wir ja bereits bei unserem Heimspiel gegen Herbolzheim 😊

Clemens Schiel: Ich wünsche mir, dass die anderen Vereine in und um Freiburg uns nicht nur als sportliche Konkurrenz sehen, sondern auch als Projekt, den Männer-Handball in Freiburg überregional zu etablieren. Wenn das akzeptiert wird, dann ergeben sich vielleicht auch Möglichkeiten der Kooperation, zum Wohle des Handballs.

Die “Union Redaktion” dankt euch beiden für eure Zeit und euren Antworten.